Die bekanntesten Moscheen der islâmischen Kultur

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Studenten kamen von überallher, um Moscheen aufzusuchen, da ihnen dort alle Mittel geboten wurden, um sich ihrem Studium zu widmen und dieses fortzusetzen. So wurde ihnen der Lebensunterhalt finanziert  und es wurden Wohnheime gebaut und Stipendien ausgeteilt. Diese Moscheen kann man mit den internationalen Universitäten unserer Zeit vergleichen. Zu diesen Moscheen zählten:

 

Die Umayyaden-Moschee in Damaskus:

 

Sie wurde von Al-Walîd ibn Abdulmalik gebaut und bot verschiedene Studienkreise an. Es gab einen Bereich für die malikitische und einen für die schafiitische Rechtsschule. Al-Chatîb Al-Baghdâdî bot einen Studienkreis an, bei dem sich die Menschen versammelten und von ihm in den Hadîth-Wissenschaften unterrichtet wurden. Das Programm war jedoch nicht nur auf Religionswissenschaften beschränkt, sondern umfasste zudem Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Mathematik und Astronomie.

 

Die Moschee Amr ibn Al-Âs im ägyptischen Fustât [dem heutigen Kairo]:

 

Hier gab es mehr als vierzig Studienkreise, die von den Studenten zum Studium und zur Forschung aufgesucht wurden. Zu diesen zählte der Studienkreis des Imâm As-Schâfi'î. Mitte des vierten Jahrhunderts nach der Hidschra gab es 110 Studienkreise, von denen einige speziell für Frauen bestimmt waren. Danach wurde das System der Lizenzen (Hochschulzeugnisse) eingeführt. Damit waren Studenten nach Erhalt einer Idschâza (Lizenz) dazu berechtigt, die Bücher ihres Lehrers zu unterrichten und von ihm zu tradieren.

 

Die Azhar-Moschee:

 

Der Bau dieser Moschee wurde im Jahre 361 nach der Hidschra abgeschlossen. Sie wurde zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit für Studenten aus islâmischen Ländern. Die Kalifen wiesen der Azhar Stiftungsgelder zu und verpflichteten damit Lehrer verschiedener Wissenschaften. Als Folge des ausgezeichneten Rufes, mit dem die Azhar-Moschee gesegnet war, und der großartigen Ausstattung, die die Studenten vorfanden, kamen Studenten von überallher, um diese Moschee aufzusuchen. Die Anzahl der Studenten der Moschee betrug im Jahre 818 nach der Hidschra, beziehungsweise 1415 nach Christus, laut Al-Maqrîzî 750 Männer. Darunter gab es Ausländer, Zeilaner (Bewohner der Stadt Zeila [im heutigen Nordsomalia], die zeitweise eine Provinz Ägyptens war) sowie ägyptische Landbewohner und Studenten aus dem Maghreb. Jede Gruppe hatte ein Wohnquartier, das nach ihr benannt wurde.

 

Diese Moschee blieb ein wissenschaftliches Zentrum, das über die Zeit hinweg Wissen vermittelte. Sie brachte Gelehrte hervor und in ihr wurden Werke verfasst. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass sie eine Schule und Universität für die Wissenschaften und deren Anhänger war.

 

Die Zaitûna-Moschee in Tunesien:

 

Der Bau dieser Moschee wurde in der Zeit der umayyadischen Kalifen fertiggestellt. Der erste Gründer der Zaitûna-Moschee war Emir Ubaidullâh ibn Al-Habhâb, der von Hischâm ibn Abdulmalik zum Herrscher der Region Ifriqyâ (heute Tunesien) ernannt wurde. Im Jahre 250 nach der Hidschra beziehungsweise 864 nach Christus – in der Dynastie der Aghlabiden - wurden von Ziyâdatullâh ibn Al-Aghlab zahlreiche Erweiterungen an der Moschee vorgenommen. Die Moschee genoss hohes Ansehen für das Unterrichten verschiedener Wissenschaften. Große Gelehrte, wie beispielsweise Abdurrahmân ibn Ziyâd Al-Ma'âfirî, der zu den großen Hadîth-Gelehrten zählte, und Abû Sa'îd Sahnûn At-Tanûchî unterrichteten hier. Zu ihnen zählten auch Imâm Al-Mâziri und andere.

 

Die Studenten kamen von überallher, um in dieser Moschee, in der Qurân-Exegese, Hadîth, Fiqh (islâmisches Recht) und Sprache gelehrt wurde, zu studieren. Al-Haschâischî beschrieb das wissenschaftliche Umfeld an der Zaitûna-Moschee wie folgt: „Die Wissenschaften waren in all ihren verschiedenen Bereichen auf hohem Niveau vertreten, wie etwa Natur- und Geisteswissenschaften, theoretische und angewandte Wissenschaften, so dass sogar gesagt wurde: Am Fuße fast jeder Säule saß ein Lehrer und in der Bibliothek befanden sich über 200.000 Buchbände.“

 

Die Qarawiyîn-Moschee: Sie wurde in der marokkanischen Stadt Fez zur Zeit der Idrisen-Dynastie im Jahre 245 nach der Hidschra beziehungsweise 859 nach Christus erbaut. Im Jahre 322 nach der Hidschra beziehungsweise 934 nach Christus verpflichtete sich Emir Ahmad ibn Abû Bakr Az-Zanâtî – einer der zanâtischen Emire – zu ihrer Erweiterung und Vergrößerung. Anfang des sechsten Jahrhunderts nach der Hidschra wurden die Erweiterung der Moschee und die Vergrößerung ihrer Fläche fertiggestellt, sodass sie einen ausgezeichneten Ruf erlangte. Die Moschee hatte einen ausgezeichneten wissenschaftlichen Ruf. Studenten, die ihr Wissen erweitern wollten, kamen von überallher, um sie aufzusuchen. Auf Grund der Stiftungsgelder und der Gelder, die von Emiren und anderen Leuten gespendet wurden, verfügte die Moschee über einen hohen Etat. Wegen des ausgezeichneten Rufes, für den die Moschee bekannt war, wurde sie von Studenten aus anderen Ländern aufgesucht. Sogar Studenten aus Europa kamen in dieses wissenschaftliche Institut. Es wird berichtet, dass Erzbischof Gerbert – der später von 999 – 1003 nach Christus Papst von Rom wurde und den Namen Sylvester II. erhielt – an der Qarawiyîn-Moschee studierte, nachdem er an der Universität Cordoba studiert hatte.      

 

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